Feste und Festivals in Österreich: was Besucher vorher wissen sollten

Die Frage ist selten, ob gerade etwas stattfindet, sondern welches von mehreren Angeboten am selben Wochenende man auswählt. Ein Überblick hilft dabei mehr als jede Empfehlungsliste.

Die kalte Jahreszeit im Kalender

Silvester wird in den Städten öffentlich gefeiert, in Wien traditionell mit einem Rundgang durch die Innenstadt. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist an diesem Abend die einzig sinnvolle Option.

Der Pfandbecher ist fast überall Standard. Wer ihn zurückgibt, bekommt den Einsatz retour, was bei mehreren Ständen ins Gewicht fällt.

Feste mit langer Geschichte

Erntedankfeste laufen im Herbst in praktisch jeder Gemeinde. Sie sind klein, kostenlos und geben einen ehrlicheren Eindruck vom Landleben als jede größere Veranstaltung.

Geschmückt wird das Vieh nur, wenn die Almsaison ohne Unglück verlaufen ist. Dieses Detail wird von Besuchern oft übersehen und erklärt, warum manche Abtriebe schlicht ausfallen.

Tickets ohne Ärger kaufen

Bei ausverkauften Veranstaltungen lohnt der Blick auf offizielle Rückgabebörsen. Dort tauchen kurzfristig Karten zum Originalpreis auf. Wer vergleichen möchte, wird dort fündig.

Abendkassen öffnen meist ein bis zwei Stunden vor Beginn. Bei kleineren Veranstaltungen reicht das völlig aus.

Vorbereitung, die sich auszahlt

Feste Schuhe sind auf Festwiesen sinnvoller als jede andere Vorbereitung. Der Untergrund wird nach einem Regenschauer schnell schwierig.

Bei Veranstaltungen im Freien ist Sonnenschutz ebenso wichtig. In den Bergen ist die Strahlung spürbar stärker als im Flachland.

VeranstaltungstypEintrittPlanungsaufwand
Großfestival meist dreistellig hoch, Monate im Voraus
Festspiele stark gestaffelt hoch, Karten früh vergriffen
Stadtfest frei gering
Adventmarkt frei gering

Regionale Küche auf dem Festgelände

Kürbis, Apfel und Kastanie füllen die Herbstkalender. In der Steiermark kommt das Kürbiskernöl als eigenes Thema dazu.

Buschenschanken sind saisonal geöffnet und dürfen nur eigene Produkte ausschenken. Wann sie aufsperren, steht auf den Tafeln der jeweiligen Gemeinde.

  1. Jahreszeit und Region festlegen
  2. Zwei bis drei Termine auswählen statt einer langen Liste
  3. Tickets im Frühverkauf sichern
  4. Anreise und Unterkunft gemeinsam planen
  5. Wetterbericht kurz vor der Abfahrt prüfen

Was am Gelände gilt

Drohnenaufnahmen sind ohne Genehmigung fast immer verboten, bei Veranstaltungen mit vielen Menschen ohnehin.

Der Einlass beginnt üblicherweise ein bis zwei Stunden vor Programmstart. Bei Sicherheitskontrollen entstehen dort schnell Wartezeiten.

Barrierefreiheit und Zugänglichkeit

Viele Veranstalter bieten Begleitpersonen freien Eintritt an. Diese Regelung wird selten aktiv beworben und steht meist im Kleingedruckten. Weitere Beiträge aus Österreich finden sich auf dieser Seite.

Ein kurzer Anruf beim Veranstalter klärt in fünf Minuten mehr als jede Website. Die meisten reagieren darauf sehr entgegenkommend.

Ein Fazit zur Planung

Am meisten bringt die Kombination aus einem bekannten Termin und einem kleinen Fest in der Nähe. So sieht man beide Seiten des Landes.

Ein guter Veranstaltungstag hat meist einen Höhepunkt und viel Leerlauf drumherum. Genau dieser Leerlauf ist der Teil, den man später in Erinnerung behält.

Die wichtigsten Sporttermine

Der Vienna City Marathon im Frühjahr führt quer durch die Stadt und ist auch für Zuschauer gut zugänglich, weil die Strecke an vielen Stellen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.

Beim Wandern und Laufen gibt es über den Sommer verteilt dutzende Volksläufe und Bergläufe, für die man sich kurzfristig anmelden kann.

Die vier Jahreszeiten und ihre Termine

Dazwischen liegen die Festspiele, die traditionell im Juli und August stattfinden, sowie die Brauchtumstermine im Frühherbst, wenn das Vieh von den Almen kommt.

Feiertage strukturieren den Kalender zusätzlich. Rund um Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und den Nationalfeiertag am 26. Oktober häufen sich Veranstaltungen, weil lange Wochenenden entstehen.

Abends kühlt es in höheren Lagen deutlich ab. Der Unterschied zwischen Nachmittag und Mitternacht liegt nicht selten bei fünfzehn Grad.

Märkte abseits der Adventzeit

Auf Märkten ist Bargeld weiterhin die Regel. Kartenzahlung setzt sich nur langsam durch und ist bei kleineren Ständen selten möglich.

Flohmärkte finden überwiegend an Samstagen statt und starten früh. Wer etwas Bestimmtes sucht, sollte zu Beginn dort sein.

Der Sturm, also der noch gärende Traubenmost, ist ein saisonales Getränk und nur wenige Wochen im Herbst erhältlich. Er wird deutlich unterschätzt, was den Alkoholgehalt betrifft.

Bei mehrtägigen Festivals lohnt der Vergleich zwischen Tagesticket und Gesamtpass. Ab zwei Tagen ist der Pass in den meisten Fällen günstiger.

Die Freiluftsaison von Juni bis September

Das Jazzfestival Saalfelden im Pinzgau läuft seit Jahrzehnten im August und gilt in der Szene als eine der wichtigeren Adressen im deutschsprachigen Raum.

Das Frequency Festival in St. Pölten zählt zu den größten Popveranstaltungen des Landes und findet traditionell im August im Green Park an der Traisen statt.

Die Bundesländer und ihre Schwerpunkte

Das Burgenland punktet mit Freiluftbühnen und Weinorten. Die Entfernungen sind gering, mehrere Termine an einem Wochenende sind machbar.

Salzburg lebt kulturell stark vom Sommer, Tirol und Vorarlberg vom Winter. Wer antizyklisch reist, findet in beiden Fällen ruhigere Bedingungen und günstigere Unterkünfte.

Die wichtigsten Fragen im Überblick

Gibt es Ermäßigungen?

Häufiger als gedacht, für Studierende, Senioren und Familien. Sie stehen meist im Kleingedruckten der jeweiligen Ticketseite.

Wann ist Ballsaison?

Von Jänner bis zum Faschingsdienstag. Neben den großen Bällen gibt es zahlreiche Vereins- und Zunftbälle, die deutlich günstiger sind.

Was ist ein Almabtrieb?

Die Rückkehr des Viehs von den Almen ins Tal im September und Oktober. Geschmückt wird nur, wenn die Almsaison ohne Unglück verlaufen ist.

Termine, Preise und Programmpunkte ändern sich. Vor der Anreise lohnt ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Veranstaltung.